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DSL-Vectoring: Grundlagen und Möglichkeiten von VDSL2-Vectoring

Kupferkabel Möglichkeiten

Kupferkabel und DSL

Derzeit kursiert im Telekommunikationsbereich ein neuer Begriff: DSL-Vectoring. In Verbindung mit dem Breitbandausbau und schnellem Internet in Deutschland führt scheinbar kein Weg dran vorbei. Daher möchte ich das Thema hier aufgreifen, um einen Überblick zu geben.

Wenn es um schnelle Breitbandzugänge mit 100 Mbit/s geht, dann war dies bislang nur Privathaushalten mit einem Vertrag bei einem der Kabel-Anbieter (Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW) möglich. Wer als Selbständiger oder Privathaushalt derart schnelle Internetanschlüsse haben wollte, musste monatlich ordentlich etwas an den Netzbetreiber abdrücken. Mittlerweile sieht es aber anders aus. Neben den Kabel-Providern bauen einige Anbieter auch ein Glasfasernetz aus. So hat M-Net etwa in München ein Glasfasernetz erschaffen, welches derart schnelle Breitbandzugänge auch Privatkunden zu fairen Preisen anbietet.

Anders sieht dies bei normalen DSL-Anschlüssen aus. Wer Glück hat und zentral wohnt – nämlich da wo die Netzprovider das Netz entsprechend aufgerüstet haben – bekommt einen VDSL-Anschluss. Die derzeit maximal mögliche Bandbreite beträgt 50 Mbit/s. Das auch nur, wenn wie geschrieben die Technik aktualisiert wurde und die Leitung zum Haushalt nicht zu weit weg vom Schaltkasten ist. Allen anderen ADSL-Kunden stehen nämlich nur maximal 16 oder sogar nur 6 Mbit/s zur Verfügung. Teilweise sogar nur 2 Mbit/s – etwa in Neubaugebieten in denen die Telekom noch keinen DSL-Ausbau vorgenommen hat.

Was ist DSL-Vectoring?

Es ist Besserung in Sicht. Seit der zweiten Jahreshälfte 2012 ist nämlich der bereits angesprochene Begriff VDSL2-Vectoring aufgetaucht. Die Technik ermöglicht eine Bandbreite von 100 Mbit/s. Entwickelt wurde DSL-Vectoring von Bell Labs von Alcatel-Lucent. Während beim normalen ADSL-/VDSL-Signal lediglich 1 Adernpaar betrachtet wird, sind bei DSL-Vectoring alle Adernpaare wichtig. Beim DSL-Signal reduziert sich die Übertragungsrate mit zunehmender Leitungslänge. Warum? Weil Störungen wie Cross Talking und Nebensprechen auftreten. Bei VDSL2-Vectoring versucht man diese Störsignale zu beseitigen.

Kupferkabel Möglichkeiten

Möglichkeiten der Netzanbieter, um Speeds bei Kupferkabel zu erhöhen (Bild: Alcatel-Lucent)

Ursprünglich waren Kupferkabel nur für Telefonie und damit wenige Kilohertz gedacht. DSL ist aber im Megahertz-Bereich. Benachbarte Adernpaare sorgen daher für Störungen. Das DSL-Signal wird geschwächt und die Transferrate sinkt. Ein Kupferkabel hat nicht nur ein Adernpaar – dennoch können nicht alle genutzt werden.

Um die Nachteile der Kupferkabel möglichst klein zu halten, verwenden Netzprovider im Backbone-Bereich Glasfaserleitungen bis hin zu den grauen Schaltkästen, die man an der Straße oft sieht. Von da aus gehen die letzten Meter über Kupferkabel zu den Haushalten. Dies erweitert die Reichweite auf bis zu 500 Meter und nach heutigem Stand 50 Mbit/s.

Was VDSL2-Vectoring ermöglicht

Investitionskosten für DSL-Vectoring sind gering

Investitionskosten für VDSL2-Vectoring sind gering

Alcatel verspricht mit VDSL2-Vectoring bei VDSL bis zu 100 Mbit/s. Außerdem können die Kupferkabel bis zu 1.000 Meter lang sein. Außerdem spricht Alcatel von günstigeren Ausbaukosten. Diese sollen nur ein Drittel der Kosten ausmachen, die für die Verlegung von Glasfaserkabeln bis hin zu den Gebäuden bzw. den Haushalten (FTTB/FTTH). Da die Bandbreitenanforderungen wegen Cloud-Diensten, Video-Konferenzen oder andere bandbreitenintensiven Anwendungen steigen, könnte VDSL2-Vectoring die Lösung sein. Bis 2020 soll der Bedarf an Bandbreite wegen des hohen Video-Traffics deutlich steigen. Das zeigt die folgende Grafik von Alcatel-Lucent eindrucksvoll.

Bandbreitenbedarf Video-Traffic

Bedarf an Bandbreite wegen Video-Traffic

Probleme beim Einsatz von DSL-Vectoring

Bei DSL-Vectoring müssten die Adernpaare eines Telefonkabels kontrolliert werden. Das widerspricht der bisherigen Regulierung, die es ermöglicht, dass bei einer sogenannten entbündelten Teilnehmeranschlussleitung verschiedene Anbieter bei der Telekom die Leitung mieten, um ihre Telefon- und Internet-Tarife zu vertreiben. Bei DSL-Vectoring können zwei Anbieter keine gebündelte Telefonleitung gleichzeitig nutzen. Wir erinnern uns: Die Telekom wollte auf der letzten Meile DSL-Vectoring als exklusiver Anbieter nutzen. Es ist nicht verwunderlich, dass die anderen Anbieter etwas dagegen hatten und haben. Eine Lösung ist bislang nicht in Sicht. Die Telekom hatte im Dezember einen Antrag bei der Bundesnetzagentur eingereicht, wie bereits auf DSL-Stadt berichtet wurde. Darüber wird am 24. Januar entschieden. Wir dürfen gespannt sein.

[Quelle: Alcatel-Lucent (PDF: „Get to fast, faster“)]

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